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: Bühnen :: Fetti und Fidschi und die Abgründe des Lebens :
Schauspieler Axel Ranisch liest im Objekt 5

Text: Annett Krake; Bild: Denis Pauls

Die Leipziger Bücherschau liegt gerade hinter uns, das noch junge hallesche Literaturhaus lockt mit erlesenen Veranstaltungen, und das Team vom Objekt 5 rückt die Stühle im Saal zurecht, dimmt das Licht, um dem Multitalent Axel Ranisch einen gebührenden Abend zu offerieren. 

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Axel Ranisch, der beleibte wie beliebte TV-Kommissar, der auf dem Bildschirm neben seinem Kollegen Zorn immer etwas tapsig und verschwitzt wirkt, hat sich an den Schreibtisch gesetzt und einen Roman geschrieben. „Nackt über Berlin" ist der Titel des Wortwerkes, dass sich liest wie das sorgsam anvertraute Tagebuch eines langjährigen Freundes – nichts wird geschönt, nichts verschwiegen, den Abgründen des Lebens Raum gegeben.

Der Roman erzählt vom jugendlichen Versuch, die Abläufe der Tage zu begreifen, mit den Hindernissen: Schule, Eltern und den Wagnissen: Liebe, Sex und Macht klar zukommen. Die beiden Sonderlinge, die verlachten Außenseiter, die von ihren Mitschülern Fetti und Fidschi genannt werden, bilden eine Symbiose.

Zu dem schwulen Schwabbelbauchtyp, der ständig klassische Musik inhaliert, gesellt sich Tai, ein formschöner Technikfreak, der ohne Camcorder nicht aus dem Haus geht. Die beiden Jungs werden Zeugen einer grotesken Situation, in deren Mittelpunkt ihr Schuldirektor steht.

Sie machen sich die Ohnmacht des Direx zu eigen, nutzen die Gelegenheit und reißen ihren Schulchef aus seinem gewohnten Leben – verstümmeln für ein paar Tage dessen Dasein, spielen Gott und lassen ihn in der Hölle schmoren.

Drum herum um dieses anfänglich spaßige Spiel entspinnt Ranisch Familiengeschichten, Milieustudien und eine schräge Comingof- Age-Geschichte. Axel Ranisch, der 34 jährige Filmemacher, weiß worüber er schreibt, sein Bekenntnis zur Homosexualität war kein Spaziergang, in die Lücken seiner Jugend rieselten Rachmaninoffs Kompositionen, bei denen er Erfüllung und Gehör fand. Diese extreme Zuneigung zur klassischen Musik benutzt Ranisch im Roman, um Leidenschaft, sinnliche Wahrnehmung und scheinbar nicht Aushaltbares zu beschreiben.

Dabei verwebt er das Erleben seiner Figuren geschickt miteinander, bündelt Alltag, baut eine famose Bildsprache auf, taucht tief in die Situation ein, ohne langweilig zu werden. Im Gegenteil, er operiert mit Worten, trifft den Ton, der jungen Menschen entspricht, formt Sätze, die von der Generation „Alles ist möglich" ein- und ausgeatmet werden. Ranisch’s Kollegen sagen über ihn, es ist ein Glücksfall, mit ihm zu arbeiten – der Roman ist es auch.

Axel Ranisch, Lesung, 11.April, 20.00 Uhr, Objekt 5, Seebener Straße 5, Karten: www.objekt5.com oder am Tresen im Restaurant „Ruine" 

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